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Rechtsstand:

Compliance-Check führt zu Kündigung!

Außerordentliche Kündigung nach Compliance-Untersuchung


Kündigungsschutz: Rechtliche Grenzen für Arbeitgeber

Arbeitnehmer sind durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vor unangemessenen Kündigungen geschützt. Eine Pressemitteilung des Arbeitsgerichts hebt hervor, dass Arbeitgeber die Kündigungserklärungsfrist des § 626 Abs. 2 Satz 1 BGB nicht ausnutzen dürfen, wenn sie selbst die Verzögerung der Kenntniserlangung von kündigungsrelevanten Tatsachen herbeigeführt haben.

§ 242 BGB und die Treuepflicht

Nach § 242 BGB ist der Grundsatz von Treu und Glauben im Arbeitsrecht von zentraler Bedeutung. Dieser Grundsatz wird relevant, wenn es um die Einhaltung der Kündigungsfristen geht. Ein Arbeitgeber, der bewusst Informationen zurückhält oder verzögert, die für eine Kündigung entscheidend sind, kann sich nicht auf die gesetzlich festgelegten Fristen berufen.

Versäumnisse der Arbeitgeberseite und ihre Folgen

Hat ein Arbeitgeber absichtlich verhindert, dass eine zur Kündigung berechtigte Person von den relevanten Tatsachen frühzeitig Kenntnis erlangt, stellt dies ein unredliches Verhalten dar. In einem solchen Fall kann sich der Arbeitgeber nicht auf die Wahrung der Kündigungsfrist berufen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine Gesamtabwägung aller Umstände des Einzelfalls das späte Bekanntwerden als arglistig erscheinen lässt.

Die Bedeutung für Arbeitnehmer

Die Klarstellung durch das Arbeitsgericht dient dem Schutz der Arbeitnehmer. Sie sollen nicht durch taktische Manöver der Arbeitgeberseite in ihren Rechten beschnitten werden. Arbeitnehmer, die sich mit einer Kündigung konfrontiert sehen, sollten daher genau prüfen, ob die Kündigungserklärungsfrist möglicherweise durch unredliches Verhalten des Arbeitgebers beeinflusst wurde.

Fazit und Handlungsempfehlung

Dieses Urteil verdeutlicht, dass das Arbeitsrecht Mechanismen bietet, um gegen unfaire Praktiken seitens der Arbeitgeber vorzugehen. Arbeitnehmer, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Kündigung haben, sollten sich umgehend an eine spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei wenden, um ihren Fall zu bewerten und ihre Rechte zu wahren.