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Erfahren Sie, wie das BAG die Anhörung der Schwerbehindertenvertretung bei Kündigungen regelt und deren Einfluss auf die Rechtswirksamkeit.
Rechtsstand:

Wichtige Regelungen zur Kündigung schwerbehinderter Mitarbeiter

Juristische Voraussetzungen für die Kündigung bei Schwerbehinderung

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen ist ein komplexer Prozess, der besondere rechtliche Anforderungen stellt. Eine aktuelle Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) verdeutlicht die Notwendigkeit der Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung bei Kündigungen und die Folgen bei Missachtung dieser Vorschrift.

Rechtliche Grundlagen der Kündigung schwerbehinderter Menschen

Gemäß § 178 Abs. 2 Satz 3 SGB IX (zuvor § 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX) ist eine Kündigung ohne die Anhörung der Schwerbehindertenvertretung unwirksam. Die Anhörungsfrist und der Inhalt müssen dabei den gleichen Grundsätzen folgen, die auch für die Anhörung des Betriebsrats nach § 102 BetrVG gelten. Eine korrekte Anhörung der Schwerbehindertenvertretung ist daher essentiell für die Wirksamkeit der Kündigung.

Der konkrete Fall vor dem Bundesarbeitsgericht

Im zugrunde liegenden Fall hatte die Beklagte die behördliche Zustimmung zur Kündigung einer schwerbehinderten Arbeitnehmerin im Dezember 2016 beantragt. Nach Erhalt der Zustimmung wurden sowohl der Betriebsrat als auch die Schwerbehindertenvertretung im März 2017 angehört. Die Kündigung wurde schließlich Ende März ausgesprochen. Die Vorinstanzen gaben der Kündigungsschutzklage der Arbeitnehmerin statt, das BAG hob jedoch das Urteil auf und verwies den Fall zurück an das Landesarbeitsgericht, da es keine endgültige Entscheidung über die Wirksamkeit der Kündigung treffen konnte.

Bedeutung der Entscheidung

Diese Entscheidung unterstreicht die Bedeutung der korrekten und rechtzeitigen Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung im Kündigungsprozess. Sie zeigt, dass das Vorgehen nach der Anhörung des Betriebsrats und der behördlichen Zustimmung durchaus kritisch gesehen wird, sofern nicht alle rechtlichen Schritte ordnungsgemäß eingehalten werden.

Fazit für Arbeitgeber

Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass sie die Schwerbehindertenvertretung frühzeitig und in Übereinstimmung mit den rechtlichen Anforderungen in den Kündigungsprozess einbeziehen. Die Missachtung dieser Vorschriften kann zur Unwirksamkeit der Kündigung führen und somit erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Diese Entscheidung dient als wichtiger Leitfaden für alle Arbeitgeber und deren Rechtsberater, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Vorgaben im Umgang mit schwerbehinderten Mitarbeitern eingehalten werden.