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Landesarbeitsgericht bestätigt: Arbeitgeber darf aus Sicherheitsgründen rote Arbeitshosen vorschreiben.
Rechtsstand:

Gericht bestätigt: Arbeitgeber darf rote Arbeitsschutzhosen vorschreiben

Aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf

Ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf stärkt die Rechte von Arbeitgebern im Hinblick auf die Durchsetzung von Kleidungsvorschriften am Arbeitsplatz. In dem entschiedenen Fall ging es um die Frage, ob ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern aus Sicherheitsgründen das Tragen von roter Arbeitskleidung vorschreiben darf. Der Entscheidung zufolge ist dies im Rahmen des Weisungsrechts zulässig.

Sachverhalt im Detail

Der Kläger war seit Juni 2014 in einem Industriebetrieb beschäftigt, wo er unter anderem mit gefährlichen Maschinen arbeitete. Der Arbeitgeber hatte eine Kleiderordnung eingeführt, die rote Arbeitsschutzhosen in bestimmten Produktionsbereichen vorschrieb. Trotz mehrfacher Aufforderung und zwei Abmahnungen weigerte sich der Kläger, die vorgeschriebene rote Hose zu tragen, und erschien stattdessen in einer schwarzen Hose. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristgerecht.

Rechtliche Bewertung

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf bestätigte die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Das Gericht stellte fest, dass der Arbeitgeber im Rahmen seines Weisungsrechts, welches sich aus § 106 Gewerbeordnung (GewO) ableitet, berechtigt ist, Vorgaben zur Arbeitskleidung zu machen, wenn diese sachlich begründet sind. Im vorliegenden Fall diente die Vorschrift der Arbeitssicherheit, da die rote Farbe die Sichtbarkeit der Mitarbeiter in Bereichen, in denen auch Gabelstapler fahren, erhöht.

Arbeitssicherheit und Corporate Identity

Die Wahl von Rot als Signalfarbe wurde nicht nur aus Gründen der Sicherheit getroffen, sondern unterstützte auch die Corporate Identity des Unternehmens. Dies war ein weiterer sachlicher Grund für die Vorschrift. Der Kläger konnte keine überwiegenden Gründe vorbringen, die gegen das Tragen der roten Hose sprachen. Seine ästhetischen Präferenzen reichten als Argument nicht aus.

Fazit: Wichtigkeit der Befolgung von Weisungen

Dieses Urteil unterstreicht die Bedeutung, die der Befolgung von Anweisungen des Arbeitgebers zukommt, insbesondere wenn diese der Sicherheit am Arbeitsplatz dienen. Arbeitnehmer müssen sich bewusst sein, dass das Ignorieren solcher Weisungen ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen kann, einschließlich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Relevanz für das Arbeitsrecht

Das Urteil zeigt, dass das Weisungsrecht des Arbeitgebers ein effektives Mittel zur Durchsetzung von arbeitsschutzrechtlichen Maßnahmen sein kann. Es verdeutlicht auch, dass Gerichte bereit sind, Arbeitgebern einen gewissen Ermessensspielraum zu gewähren, solange die Anweisungen sachlich gerechtfertigt sind.

Das Urteil ist ein wichtiges Beispiel für die Balance zwischen den Rechten des Arbeitgebers und den Pflichten des Arbeitnehmers und bietet eine klare Richtlinie für ähnliche Fälle in der Zukunft.